Sudan

 

2005 beendete ein Friedensabkommen den langjährigen Bürgerkrieg zwischen dem Norden und dem Süden des Sudan. In einer sechsjährigen Übergangsphase sollten Versöhnung und Demokratisierung den Frieden festigen. Danach stimmten die Menschen im Süden über ihre Unabhängig ab - die überwältigende Mehrheit entschied im für einen eigenen Staat. Seit dem 9. Juli 2011 ist die Republik Südsudan unabhängig. Frieden ist seither nicht eingekehrt – im Gegenteil. In den im Norden gelegenen Regionen Süd-Kordofan, Abyei und Blue Nile tobt ein blutiger Bürgerkrieg, auch in Darfur wird weiter gekämpft. Aber auch im Südsudan eskaliert die Situation zunehmend. Die Menschen leiden weiter unter bitterer Armut, Kämpfe um Land, Wasser, Vieh und lokale Macht haben seit der Unabhängigkeit zu tausenden Toten geführt und zigtausende in die Flucht getrieben. Gegen die korrupte und zunehmend repressive südsudanesische Regierung haben sich neue Milizen formiert. Eine umfassende Analyse der Situation im Sudan findet sich in diesem Artikel aus den "Blättern für Internationale Politik".

 

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08.02.2011, Pressemitteilung

Sudan braucht deutsche Unterstützung

„DIE LINKE gratuliert den Menschen im Süd-Sudan zu ihrem neuen, eigenen Staat. Es ist beiden Seiten, dem Norden wie dem Süden, zu verdanken, dass die Volksabstimmung über die Unabhängigkeit des Südens zum großen Teil friedlich verlaufen ist. Jetzt muss die Bundesregierung beide Länder auf dem Weg in ein friedliches Miteinander unterstützen", kommentiert Jan van Aken den Abschluss des Referendums im Sudan zur Unabhängigkeit des Südens. Van Aken weiter:

„Die Bundesregierung muss jetzt zuallererst den Süd-Sudan als souveränen Staat anerkennen. Dann braucht der Sudan einen Schuldenerlass, damit die Verhandlungen zwischen Nord und Süd nicht noch an der Schuldenfrage scheitern. Weiterhin muss der zivile Friedensdienst im Süden des Landes ausgebaut werden. Bei einer Reise von Abgeordneten der Linksfraktion in den Sudan vor wenigen Wochen ist deutlich geworden, dass auch nach einer Abtrennung des Südens ein großes Krisen- und Gewaltpotenzial im Sudan existiert. Da helfen keine deutschen Soldaten, sondern vor allem zivile Friedenskräfte, die seit Jahren hervorragende Arbeit im Sudan leisten. Leider hat die Bundesregierung entschieden, deren Arbeit einzustellen. Das ist angesichts der vielen Krisenherde im Sudan ein großer Fehler. Wichtig für die Zukunft ist zudem, dass Nord und Süd gleichermaßen Unterstützung und Entwicklungszusammenarbeit erhalten, damit eine gleichberechtigte Entwicklung beider Staaten gewährleistet ist."

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