Sudan

 

2005 beendete ein Friedensabkommen den langjährigen Bürgerkrieg zwischen dem Norden und dem Süden des Sudan. In einer sechsjährigen Übergangsphase sollten Versöhnung und Demokratisierung den Frieden festigen. Danach stimmten die Menschen im Süden über ihre Unabhängig ab - die überwältigende Mehrheit entschied im für einen eigenen Staat. Seit dem 9. Juli 2011 ist die Republik Südsudan unabhängig. Frieden ist seither nicht eingekehrt – im Gegenteil. In den im Norden gelegenen Regionen Süd-Kordofan, Abyei und Blue Nile tobt ein blutiger Bürgerkrieg, auch in Darfur wird weiter gekämpft. Aber auch im Südsudan eskaliert die Situation zunehmend. Die Menschen leiden weiter unter bitterer Armut, Kämpfe um Land, Wasser, Vieh und lokale Macht haben seit der Unabhängigkeit zu tausenden Toten geführt und zigtausende in die Flucht getrieben. Gegen die korrupte und zunehmend repressive südsudanesische Regierung haben sich neue Milizen formiert. Eine umfassende Analyse der Situation im Sudan findet sich in diesem Artikel aus den "Blättern für Internationale Politik".

 

Auf dieser Seite finden sich in chronologischer Reihenfolge Reden, Presseerklärungen und andere Texte von mir zum Thema Sudan.

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08.07.2012, Pressemitteilung

Südsudan: Ein Jahr nach der Unabhängigkeit kein Frieden in Sicht

"Südsudan und Sudan stehen am Rande eines Krieges. Die Abtrennung des Südens hat keinem der beiden Länder Frieden gebracht. Interne Konflikte, die katastrophale wirtschaftliche Situation und die anhaltenden Kämpfe zwischen Nord und Süd drohen beide Staaten in den Abgrund zu reissen.

 

Vor einem Jahr feierten die Menschen im Südsudan die Abtrennung vom Norden. Nach 20 Jahren Bürgerkrieg und einem Friedensabkommen, das sechs Jahre weitgehend hielt, erhofften sich die Menschen ein Ende der Gewalt und ein besseres Leben. Beides haben sie nicht bekommen.

 

Das einjährige Jubiläum des Südsudan markiert auch das Scheitern der internationalen Politik. Nicht zuletzt die Bundesregierung hat ihre Sudanpolitik in den vergangenen Jahren allein auf die Abtrennung des Südens ausgerichtet und dabei zentrale Elemente des Friedensabkommens massiv vernachlässigt. Heute zeigt sich, dass es falsch war, wichtige Fragen wie die Grenzziehung, die Schuldentilgung und die Teilung der Öleinnahmen auf die Zeit nach der Trennung beider Landesteile zu verschieben.

 

Vor allem aber hat es an der Unterstützung für die demokratische Transformation und den Friedens- und Versöhnungsprozeß gefehlt, um die weit verbreitete Kultur der Gewalt zu überwinden und endlich zu einer friedlichen Lösung von Konflikten und demokratischen Strukturen zu kommen."

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